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Tarot in der Praxis:

Wie sieht nun so eine Tarot-Besprechung aus, anhand eines konkreten Beispiels:

Eine Klientin kommt mit folgender Frage: Wie wird sich die Beziehung entwickeln, wenn ich mich voll darauf einlasse.

Sie erhält die Karte 5 Münzen zur Antwort. Diese Karte steht für eine Durststrecke, für einen brüchigen Boden und Beschränkungen. Sie steht auch für Beziehungskrise, zu kurz kommen, durch äußere Not zusammenhalten.

Die Situation der Klientin: Tatsächlich lebt sie in einer Beziehung, die nur noch durch die finanziellen Notwendigkeiten zusammenhält. Die Liebe ist erloschen, man geht größtenteils getrennte Wege, lebt aber unter einem Dach zusammen. Die Kommunikation beschränkt sich auf das Nötigste, Probleme werden emotional ausgetragen oder gar nicht. Im Internet hat sie jemand kennengelernt, mit dem sie einen anregenden Schriftverkehr unterhält.  Diese Person- sie weiß im Grunde nicht viel über sie- lebt ebenfalls in einer unerfüllten Partnerschaft.

Die Klientin bewertet die Ausage der Karte als stimmig für ihre Gesamtsituation. Als Antwort auf ihre Frage findet sie sie aber unbefriedigend. Insbesondere da sie sich gerne mehr auf ihr Internet-Abenteuer einlassen würde. Sie bekam nicht die Antwort, die sie gerne hören wollte. Hinzu kommt hier noch eine ungenaue Fragestellung, da sie sich nicht explizit auf die Internetbekanntschaft bezogen hat. Hier kann auch die Antwort eher allgemein gewertet werden und auf einer gewissen Ebene trifft sie dennoch auf beide Beziehungen zu.

Die nächste Frage die wir daraufhin entwickeln, ist folgende: Was kann ich tun, damit mein Leben eine positive Wendung erfährt. 

Sie zieht die Karte 6 Münzen. Diese Karte steht für geben und nehmen. Helfen und sich helfen lassen. Großzügigkeit zu entwickeln, wohlwollend und unterstützend für andere da zu sein, aber auch dafür Geschenke zu erhalten. Die Liebe als Geschenk des Himmels zu erachten und sich gegenseitig zu beschenken.

Wir unterhalten uns nun über den Beziehungsalltag, über das Familienleben und über ihre Arbeit im Hinblick auf ihr Mindset. Worauf richtet sie ihre Aufmerksamkeit? Der Mangel steht dabei sehr im Vordergrund. Die Karte lädt dazu ein großzügig zu denken, Hilfe anzunehmen und auch selbst zu unterstützen. Wie könnte das in konkreten Situationen aussehen und wie würde sich ihre Situation dadurch verändern? Meine Klientin möchte wissen wie sie es anstellen soll, großzügig zu sein und positiv zu denken, bei all dem negativen Rundherum. Wir greifen diese Frage auf und überlassen die Antwort den Karten. Sie ist sich unschlüssig zwischen zwei Karten, also nehmen wir beide. Sie zieht die 10 Stäbe und den Hierophant.

Die Bedeutung der Karten: 10 Stäbe: jemand trägt eine Last und tut sich sichtlich schwer damit, sie zeigt eine zumindest vorübergehende Überforderung an. Sie wirft auch die Frage auf, ob man wirklich alles alleine tragen muss. Der Blick auf das Ziel ist zwar verstellt durch die Probleme, dennoch kennt man die Richtung. Es ist anzunehmen, dass es erreicht werden kann. Der Hierophant: steht für Sinnsuche und Sinnfindung, Gottvertrauen und Zuversicht. Durch die Erweiterung der Horizonte etwas zutiefst verstehen. Aufrichtigkeit und nach moralischen Prinzipien handeln wird wichtig und die Überprüfung der gelebten Werte.

Die Klientin sieht sich bestätigt. Sie hat schön länger das Gefühl, sich zu verbiegen. Ein unausgetragener schwelender Konflikt mit ihrem Partner zeigt die unterschiedlichen Sichtweisen zwischen ihnen. Mangelnde Kommunikation, unausgesprochene Erwartungshaltungen tun ein übriges, um die Situation zusätzlich zu verschärfen. Ihre stillschweigende Akzeptanz hat zu falschen Annahmen seinerseits geführt und zu Enttäuschung. Sie erkennt, dass eine Aussprache unumgänlich ist. Eventuell wird sie weitere Hilfe zur Unterstützung hinzuziehen. Sie denkt an eine Schuldnerberatung und auch eine Paarberatung zieht sie in Erwägung. Sie möchte zuächst die Aussprache noch abwarten.   

Sie geht mit dem Resultat einer Handlungsoption nach Hause. Sie weiß nun, dass sie nicht alles alleine schaffen muss und dass es ok ist, Hilfe anzunehmen. Anderenseits würde es ihr guttun auch etwas großzügiger über manche Dinge hinwegzusehen, nicht alles immer auf die Goldwaage zu legen. Das würde etwas mehr Freizügigkeit in ihr Leben bringen. Dem Gespräch mit ihrem Partner sieht sie mit gemischten Gefühlen entgegen, aber sie weiß, dass sie es angehen will und auch schaffen kann. 

 

 

 

Mit jeder Geschichte die du schreibst und betrachtest, kommst du dir selbst ein Stückchen näher.  

Bei Wandel geht es um die persönliche Geschichte. Wir alle leben unsere persönliche Geschichte und wir alle sollten diese unsere Geschichte lieben. Nicht nur weil sie jeden Tag fortgeschrieben wird, sondern weil nur wir es sind, die diese Geschichte erschaffen. Wer die eigene Geschichte nicht liebt, wird die gleiche Geschichte im nächsten Kapitel nur noch einmal erleben. Wandel ist in jedem Lebensabschnitt möglich. (Deepak Chopra)